Wie Anleger die richtigen ETFs finden

Der Markt für ETFs wird immer größer. Somit wird auch das Angebot immer größer. Wie Anleger die richtigen ETFs finden können ist recht einfach.

Die richtigen ETFs finden

ETFs sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Daher hat auch das Angebot enorm zugenommen. Zurzeit stehen Privatanleger über 1.000 verschiedene ETF´s zur Verfügung. Zudem  entsteht der Eindruck das es fast täglich mehr werden. Damit Anleger die richtigen ETFs finden können und nicht den Überblick verlieren sind hier mal ein paar wichtige Anhaltspunkte zusammengefasst.

 

Die richtigen ETFs finden – ETF nochmal kurz zusammengefasst.

Ein ETF (englisch: Exchange Traded Funds) ist ein börsengehandelter Indexfonds der die Wertentwicklung eines Index nachbildet. Solch ein Index kann beispielsweise der DAX, Euro Stoxx 50 oder auch der Dow Jones sein.

Es gibt aber auch eine große Anzahl von ETFs die sich nicht auf Aktien beziehen sondern auf Anleihen, Gold, Silber oder andere Rohstoffe. Aufgrund dieser Vielfalt ist es recht einfach die Geldanlage breit zu streuen, was für Privatanleger sehr interessant sein kann.

Klassische ETFs bilden einen Marktindex eins zu eins nach und können wie Aktien jederzeit gekauft und verkauft werden.  Ein weiterer Vorteil von ETFs sind die niedrigen Kosten. Dieser Kostenvorteil entsteht dadurch, das ETFs nicht aktiv gemanagt werden müssen. Hier sei nochmal erwähnt, dass es den wenigsten aktiven Fondsmanagern gelingt den jeweiligen Index dauerhaft zu schlagen.

Hier die Vorteile von ETF´s zusammengefasst:

  • ETFs sind kostengünstig
  • ETFs sind transparent
  • ETFs sind breit diversifiziert
  • ETFs sind sehr liquide
  • ETFs sind sehr flexibel

Die richtigen ETFs finden – welche Strategie möchte ich nutzen

Die Wahl der Anlagestrategie bestimmt maßgeblich über die Auswahl von ETFs. Durch die ausgewählte Strategie wird bestimmt welche Indizes von einem ETF nachgebildet werden sollen. Zudem bestimmt die Anlagestrategie in wie viele verschiedene ETFs gleichzeitig investiert werden soll.

Damit die Auswahl der richtigen Strategie nicht zur Qual wird, habe ich drei Punkte ausgesucht nach denen die Auswahl leichter fallen sollte.

1. Kriterien

Als erstes sollte festgelegt werden nach welchen Kriterien investiert werden soll. Hier gibt es mittlerweile fast keine Grenzen der Auswahlmöglichkeiten. Um einen Überblick zu bekommen welche Auswahlkriterien gemeint sein können, habe ich folgende Übersicht erstellt.

  • gibt es eine bestimmte Region in der investiert werden soll (z.B. Europa)
  • soll in eine bestimmte Branche investiert werden (z.B. Bergbau)
  • liegt eine bestimmte Kennzahl besonders im Fokus( z.B. eine hohe Dividendenrendite)
  • ist es wichtig das in dem ETF nur nachhaltige Unternehmen gelistet sind

Es ist natürlich auch möglich mehrere Auswahlmöglichkeiten zu benutzen und in verschiedene ETFs zu investieren. Es sollte nur vorher darüber nachgedacht werden in welche Richtung es gehen sollte.

2. Gewichtung

Bei der Auswahl der richtigen ETFs spielt auch die Gewichtung der einzelnen Anlagemöglichkeiten eine große Rolle. Wenn ausschließlich in ETF investiert werden soll, in denen Aktien enthalten sind, ist das eine Gewichtung zugunsten Aktien. Hier ist eine Streuung möglich indem verschiedene Auswahlkriterien genutzt werden.

Es ist aber auch möglich Anleihen oder auch Rohstoffe hinzu zu nehmen. Mit so einer Beimischung ist es in der Vergangenheit gut möglich gewesen Kursschwankungen zu verringern.

Eine Aufteilung könnte beispielsweise so aussehen: 70 Prozent des verfügbaren Kapitals in Aktien, 20 Prozent in Anleihen und 10 Prozent in Rohstoffe. Diese Aufteilung ist nur ein Beispiel und kann beliebig angepasst werden.

3. Die Anzahl von verschiedenen ETFs

Sind die beiden ersten Punkte klar, sollte nun noch überlegt werden in wie viele verschiedene ETFs investiert werden soll. Ein großer Vorteil von ETFs ist naturgemäß die große Anzahl verschiedener Titel die in einem ETF enthalten sind.

Um allerdings die Kosten in Form von Ordergebühren so gering wie möglich zu halten sollten meiner Meinung nach nicht mehr als 10 verschiedene ETFs sein. Auch verliert man bei einer größeren Anzahl schnell den Überblick.

Meistens dienen ETFs, die eine größere Anzahl von Titeln enthalten, als Depotgrundlage. Hinzu kommen kleinere ETFs aus bestimmten Branchen oder Regionen die das eigene Depot nach belieben verfeinern.

 

Die richtigen ETFs finden – die Kosten im Blick behalten

Hat man sich nun für eine Anlagestrategie entschieden, dann lohnt sich auf jeden Fall noch ein Blick auf die Kosten. Denn die Kosten sind oft Mitentscheidend wie hoch die jährliche Rendite ausfällt.

Total Expence Ratio (kurz TER) gilt es sich zu merken wenn herausgefunden werden soll, wie hoch die jährlichen Kosten eines ETFs sind. Mit dem TER in Prozent geben die Betreiber von ETFs an wie hoch die Gesamtkostenquote ist. Anders ausgedrückt, bedeutet die Kennzahl wie viel die Betreiber von ETFs jährlich bekommen um den Fonds jeweils an den Index anzupassen.

Bei den meisten ETFs liegt der TER in einem Bereich von 0,1 -0,3% was sehr niedrig ist. Zum Vergleich, aktiv gemanagte Fonds verlangen oft eine Gebühr die 2% oder mehr pro Jahr beträgt.

Bei ETFs allerdings die sehr speziell oder anspruchsvoll sind, kann der TER auch schon mal über 0,3 Prozent liegen. Das liegt aber einfach daran, dass die Betreiber mehr Aufwand mit dem ETF haben. Bei solchen ETFs sollte vor einer Investition noch mal genau hingeschaut werden ob sich der Aufschlag auch lohnt.

 

Die richtigen ETFs finden – Achtung auf das Fondsvolumen achten!!

Bei der Suche nach dem richtigen ETF wird man immer wieder über die Kennzahl „Fondsvolumen“ stolpern. Sie ist bei der Auswahl besonders wichtig. Sie gibt an wie viel Geld die einzelnen Anleger in den jeweiligen ETF investiert haben.

Es gibt ETFs die ein Fondsvolumen von einigen Milliarden haben. Aber auch ETFs mit einem Fondsvolumen von wenigen Millionen sind nicht unüblich.

Das Fondsvolumen ist wichtig, weil die auflegenden Fondsgesellschaften natürlich mit einem ETF Geld verdienen wollen. Hat ein ETF ein niedriges Fondsvolumen kann es sich unter Umständen für die Betreiber nicht mehr lohnen den Fonds weiter zu betreiben. Dann kann es sein, dass dieser ETF geschlossen wird und das eingezahlte Geld an den Anleger ausbezahlt wird.

Wenn so ein ETF geschlossen wird ist das für den Anleger in soweit ärgerlich, weil dann die sorgsam ausgewählte Strategie nicht mehr gültig ist. Auch kommen dann wieder Kosten und ein wenig Zeitaufwand auf den Anleger zu, wenn das Geld in einen anderen ETF investiert werden soll.

Außerdem ist ein größerer ETF an der Börse besser handelbar. Der Spread (Spanne zwischen Kauf und Verkaufskurs) ist bei größeren ETFs deutlich geringer als bei kleineren.

Daher gilt der Grundsatz besser in einen ETF investieren der ein höheres Fondsvolumen hat als in einen ETF mit einem sehr niedrigen. Als  Richtsumme hat sich in den letzten Jahren ein Fondsvolumen von mindestens 50 Millionen Euro bewährt.

 

Die richtigen ETFs finden – Thesaurierend oder ausschüttend?

Wie bei Aktien und Anleihen werden auch bei ETFs Dividenden und Zinsen ausgezahlt. Anders als bei dem Direktinvestment kann man sich bei einem ETF zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden.

Es gibt ETFs die Zinsen und Dividenden direkt wieder investieren. Solche ETFs nennt man thesaurierende ETFs. Die andere Möglichkeit sind ETFs die Zinsen und Dividenden an die Anleger „ausschütten“. Solche ETFs nennt man Ausschüttende ETFs.

Welche Variante nun gewählt wird, hängt wieder von dem persönlichen Geschmack ab. Bei ausschüttende ETFs kann man als Anleger selbst entscheiden ob das Geld wieder angelegt wird oder nicht. Bei thesaurierende ETFs hat man die Wahlmöglichkeit nicht.

Der Vorteil bei thesaurierende ETFs besteht aber darin, dass der Wert des ETF schneller ansteigt. Durch den Zinseszinseffekt ist es über einen längeren Zeitraum möglich eine wesentlich höhere Rendite zu genieren.

Bei thesaurierende ETFs gibt es sehr oft Mindestsummen die erreicht werden müssen damit diese wieder angelegt werden können. In der Regel sind das 50 oder 75 Euro. Alles was darunter liegt wird direkt an den Anleger ausbezahlt.

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Die richtigen ETFs finden – replizierend oder Swap-Geschäft?

Noch zwei Fremdwörter die geklärt werden müssen bevor die Entscheidung für ein ETF gefällt werden kann. Es gibt heutzutage zwei Wege wie die Anbieter von ETFs einen Index abbilden. Beide sind üblich und beide haben ihre Vorteile und auch Nachteile. Man kann allerdings sagen, dass die Nachteile für die Anleger bei beiden sehr gering sind. Man sollte nur wissen was die Unterschiede bedeuten und dann entscheiden was für einen persönlich wichtig ist.

Physische oder Replizierende ETF

Diese Variante ist die einfachste Art der Indexnachbildung. Es werden einfach alle Wertpapiere des jeweiligen Index gekauft. Es wird genau die gleiche Gewichtung vorgenommen wie sie auch im Originalindex vorgenommen wurde. Somit wird der Index 1 zu 1 nachgebildet.

In einer abgespeckten Version werden nur die Indexmitglieder mit der höchsten Gewichtung gekauft. Am Ende kommt aber bei beiden Varianten fast das gleiche Ergebnis heraus.

Synthetisch oder Swap- Geschäft

Diese Variante ist etwas schwieriger zu verstehen. Bei Swap-Geschäften geht der ETF Anbieter ein Tauschgeschäft (Swap) mit einer anderen Investmentbank ein. Üblich sind hier auch Swap Geschäfte zwischen einem ETF Anbieter und der Muttergesellschaft. Den Vorteil haben hier vor allem kleine ETF Anbieter. Denn durch diese Tauschgeschäfte lassen sie große Banken die einen Index oft viel besser nachbilden können für sich arbeiten und versuchen das Swap-Geschäft für sich zu nutzen. Es ist natürlich möglich, dass ein Tauschpartner zahlungsunfähig wird. Was das dann für den Privatanleger bedeutet ist nicht ganz eindeutig.

Mehr Information zu Swap-Geschäften und replizierende ETFs ist hier zu finden.

 

Die richtigen ETFs finden – die steuerliche Behandlung

Ein nicht ganz unwichtiger Punkt ist die steuerliche Behandlung von ETFs. Hier ist es ganz entscheidend in welchem Land der ETF aufgelegt wird. Oft sind das Länder in denen Fonds steuerbegünstigt betrieben werden können.

Das ist erst mal kein Problem. Werden nun Dividenden und Zinsgewinne erzielt, müssen davon Steuern in dem jeweiligen Land bezahlt werden. Deutschland möchte auch noch mit der Abgeltungssteuer daran mitverdienen.

Liegt die Steuer unter der deutschen  Abgeltungssteuer von 25 Prozent dann ist das gar kein Problem. Liegt die Steuer aber darüber dann wird zuviel Steuer bezahlt die zurückgefordert werden kann. Das kann je nach Land mehr oder weniger aufwendig sein.

Bevor also ein ETF gekauft wird, sollte die Frage der steuerlichen Behandlung geklärt sein, um den bürokratischen Aufwand so gering wie möglich zu halten.

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Die richtigen ETFs finden – Fazit

Wenn man die genannten Punkte berücksichtigt, dann sollte einer erfolgreichen Investition in ETFs nichts im Wege stehen. Vergleichsportale wo die Punkte in die Suche mit einbezogen werden können gibt es genügend. Bei der ING-DiBa zum Beispiel gibt es eine sehr große Auswahl verschiedener ETFs wo nach den oben genannten Punkten die besten herausgefiltert werden können. Hier gibt es sogar einige ETFs die ganz kostenlos gekauft werden können.

 

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