Unterbewertete Aktien

Viele Börsianer sind immer wieder auf der Suche nach unterbewertete Aktien. Was das bedeutet und wie sie recht einfach zu finden sind, erfahren Sie hier!

 

Unterbewertete Aktien

Gerade Anfänger kaufen an der Börse immer wieder Aktien von Unternehmen die sie kennen. Allzu oft haben diese Aktien aber einen sehr hohen Wert, sodass die Kursgewinne oft nicht so hoch ausfallen. Aus diesem Grund möchte ich Ihnen helfen unterbewertete Aktien zu finden, wo eine bessere Chance auf  höhere Kurssteigerungen gegeben ist.

 

Unterbewertete Aktien  – was bedeutet das eigentlich?

Eine Aktie ist unterbewertet, wenn sie im Vergleich zu ihrem inneren Wert günstig zu haben ist. Die Aktie könnte man dann auch als Schnäppchen bezeichnen.  Zum besseren Verständnis eignet sich der Vergleich mit alten Autos. Wenn so ein altes Auto z.B. ein Alfa Romeo zu einem günstigen Preis gehandelt wird, obwohl  für ihn wesentlich mehr möglich wäre, könnte man das Auto als unterbewertet  bezeichnen. Dieses Auto ist also zur Zeit als Schnäppchen zu bekommen und wenn das viele Autosammler mitbekommen, dann steigt das Interesse an dem Auto, was dann in der Regel den Preis wieder nach oben treibt.

Nichts anderes als ein „Schnäppchen“ sind unterbewertete Aktien. Das ist auch der Grund warum an der Börse immer wieder der Begriff „unterbewertete Aktie“ zu hören ist und jeder auf der Suche nach so einer ist. Diese erfolgversprechende Strategie nennt sich auch Value Strategie und hat Warren Buffet als den bekanntesten Investor.

 

Unterbewertete Aktien – der Gedanke dahinter

An der Börse gibt es immer wieder Firmen die unteren ihrem wahren Wert gehandelt werden, weil viele Anleger den wahren Wert einer Aktie nicht erkennen. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Zum einen können das Firmen sein, die in Schwierigkeiten geraten sind (sehr bekannt  in letzter Zeit ist Volkswagen) oder auch weil sie vermeintlich langweilige Unternehmen in sehr traditionellen Branchen sind, denen keine großen Kurssprünge zugetraut werden.

Diese langweiligen Unternehmen können aber ein sehr gutes Geschäftsmodell haben mit dem sie sehr viel Geld verdienen. Irgendwann werden das auch weitere Anleger erkennen und die Kurse steigen wieder. (Beispiele sind z.B. Unilever, Nestle oder auch Apple). Wenn die Kurse dann steigen kommen sie dem inneren Wert näher, woraus sich dann das Kurspotenzial entwickelt.

 

Unterbewertete Aktien – funktioniert diese Strategie

Es gibt eine ganze Reihe von Studien die belegen, dass die Strategie funktioniert unterbewertete Aktien zu kaufen. Wer beispielsweise regelmäßig unterbewertete Aktien kauft, diese eine Zeit lang im Depot hält und sie dann verkauft wenn der innere Wert erreicht ist, erzielt in der Regel eine Rendite die überdurchschnittlich ist. Dadurch, dass versucht wird nicht zu teure Aktien zu kaufen, gehen Berechnungen davon aus, dass zwischen 2,5 und 4 Prozent Zusatzrendite eingefahren werden können als ohne diese Strategie.

Warren Buffet hat seit er mit dem investieren angefangen hat (das sind schon 50 Jahre) im Schnitt 17 Prozent Rendite pro Jahr eingefahren. Wenn man bedenkt, dass in seiner Tätigkeit auch einige Krisen vorkamen, ist dies eine sehr erstaunliche Leistung. Eine weitere Auswertung die seit 1999 Anlagestile verglichen hat, ergab das Anleger die nach der Value Strategie handelten eine durchschnittliche Jahresrendite von 6,4 Prozent hatten. Der DAX kam in dieser Zeit nur auf 4,9 Prozent, was auch schon nicht so schlecht ist.

 

Unterbewertete Aktien – welche Kennzahlen sind die wichtigsten?

Fast immer wird im Zusammenhang von unterbewerteten Aktien das KGV genannt. Ich habe aber noch drei weitere Kennzahlen wonach ich unterbewertete Aktien suche. Meine Kennzahlen auf der Suche nach unterbewerteten Aktien sind:

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
  • Ebit-Marge
  • Eigenkapitalquote
  • Eigenkapitalrendite

 

KGV

Die wichtigste Kennzahl um unterbewertete Aktien zu finden, ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (kurz KGV). Es lässt sich ganz einfach bestimmen, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt

KGV= Aktienkurs / Gewinn je Aktie

Je niedriger ein KGV ist, umso günstiger ist eine Aktie. Bei einer Aktie mit einem KGV von unter 10 spricht man von einer unterbewerteten Aktie. Ich persönlich suche nach Aktien die unter einem KGV von 12 liegen.

 

EBIT-Marge

Als nächstes nutze ich die Ebit- Marge um eine unterbewertete Aktie zu finden. EBITDA kommt aus den USA und steht für „Earnings Before Interest, TAX, Depreciation and Amortization. Das bedeutet Gewinn vor Zinsen, Steuern und Ab- und Zuschreibung. Durch die Ebit-Marge lassen sich viele Firmen gut vergleichen, weil bis hierhin die Berechnung gleich ist.  Zinsen, Steuern usw. können von Firma zu Firma oder auch von Land zu Land unterschiedlich sein. Ebit-Marge setzt diesen Gewinnanteil ins Verhältnis zum Umsatz des Unternehmens

Ebit-Marge in %=Ebit-Ergebnis / Umsatz des Unternehmens x100%

Warum ist diese Zahl so wichtig? Sie sagt uns aus wie viel im Schnitt von den Verkaufspreisen eines Unternehmens übrig bleiben, wovon „nur“ noch Miete, Strom, Personal, Zinsen und Steuern bezahlt werden müssen. Eine hohe Prozentzahl, also eine hohe Marge, wirkt wie ein Puffer für schlechte Zeiten. Denn sollte aus irgendeinem Grund der Umsatz mal rückläufig sein, schützt diese hohe Marge vor Verlusten. Das gleiche gilt wenn die Kosten steigen. Bei meiner Suche nach unterbewerteten Aktien sollte die EBIT-Marge über 12% liegen.

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Eigenkapitalquote

Mit der Eigenkapitalquote lässt sich recht schnell ermitteln wie gut es einem Unternehmen geht. Ist die Quote sehr niedrig, musste das Unternehmen sehr viele Kredite aufnehmen um sein Geschäftsmodell umzusetzen. Kurz gesagt, eine niedrige Eigenkapitalquote sagt viel über das Geschäftsmodell einer Firma aus. Entweder es ist noch ein sehr junges Unternehmen, was noch sehr viel Kapital benötigt oder es verdient mit seinen Produkten nicht genug Geld.

Ganz schlecht wird es sehr oft für eine Aktie, wenn  ein Unternehmen eine Kapitalerhöhung durchführen muss um die Eigenkapitalquote zu erhöhen. So eine Kapitalerhöhung hat sehr oft zur Folge das der Aktienkurs fällt.

Eigenkapitalquote in %=Eigenkaptial / Bilanzsumme x100%

Ich suche immer nach Unternehmen die mindestens eine Eigenkapitalquote von 15% haben. Es gibt allerdings eine kleine Ausnahme. Bei Banken, Versicherungen und auch andere Geldanlagegesellschaften ist die Eigenkapitalquote meistens unter 10%. Dies ist dem Geschäftsmodell geschuldet und nicht weiter schlimm. Das müssen Sie nur bei Ihrer Suche beachten, sonst werden nie Unternehmen aus der Finanzbranche unter Ihren Suchergebnissen sein.

Eigenkapitalrendite

Die letzte Kennzahl die meiner Meinung nach noch wichtig ist um eine unterbewertete Aktie zu finden, ist die Eigenkapitalrendite. Ganz einfach beschrieben, versteckt sich hinter der Eigenkapitalrendite der Lohn des Unternehmers für seine Leistung und für sein Risiko das er trägt, weil er mit seinem privaten Geld in dem Unternehmen engagiert ist.

Warum ist eine gute Eigenkapitalrendite so wichtig? Zum einen gibt es Untersuchungen die beweisen, dass Aktien von Unternehmen mit einer guten Eigenkapitalrendite eine bessere Performance (Kurssteigerung) ablieferten, als Unternehmen mit einer schlechten Eigenkapitalrendite. Zum anderen bietet eine hohe Eigenkapitalrendite einen guten Schutz gegen schlechte Zeiten. Diese Sicherheit ist bei Börsianern immer sehr beliebt, denn wer investiert nicht lieber in ein Unternehmen wo man davon ausgehen kann, dass dieses eine Krise gut übersteht als in ein Unternehmen wo man große Zweifel daran hat.

Die Eigenkapitalrendite sollte bei soliden Unternehmen bei mindestens 15% liegen. Besser wäre natürlich noch ein Wert der über 20% liegt.

Eigenkapitalrendite in %=Jahresüberschuss / Eigenkapital x100%

Achtung!! Es ist beim Ablesen der Eigenkapitalrendite darauf zu achten ob diese vor oder nach Steuern berechnet wurde. Einige Unternehmen geben diese vor Steuern an um einen internationalen Vergleich zu haben.

 

Unterbewertete Aktien – ein kleines Video wie sehr schnell Schnäppchen Aktien zu finden sind.

Damit die Suche nach unterbewerteten Aktien noch etwas einfacher ausfällt, habe ich ein kleines You Tube Video erstellt. Dort ist zu sehen wie schnell und einfach auf OnVista unterbewertete Aktien zu finden sind.

Unterbewertete Aktien – Fazit

Mit diesen 4 Kennzahlen ist es  meiner Meinung nach relativ einfach herauszufinden welche Unternehmen unterbewertet sind. Mit unterbewerteten Aktien steigt die Chance Kursgewinne einzufahren, wenn die Mehrheit erkennt welches Potenzial das Unternehmen hat.

Hier nochmal in aller Kürze die vier Kennzahlen zusammengefasst:

  • KGV sollte unter 10-12 liegen
  • Ebit-Marge sollte über 12% liegen
  • Eigenkapitalquote sollte über 15% liegen (Außer Finanzwerte ab 5%)
  • Eigenkapitalrendite sollte über 15 liegen

 

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