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Ölpreis – Ist das Rekordtief schon erreicht?

Der Ölpreis ist so niedrig wie schon lange nicht mehr. Wie konnte es auf einmal dazu kommen? Viele freut der niedrige Preis, aber kann er uns auch schaden?

 

Ölpreis - Ist das Rekordtief schon erreicht?

 

Das Jahr 2016 ist noch nicht sehr alt, aber es ist schon sehr viel passiert. Die Börsen auf der Welt kennen seit Jahresbeginn nur eine Richtung. Leider geht es immer weiter nach unten. Auch der Ölpreis hat Anfang diesen Jahres ein Rekordtief erreicht, was er seit 2003 nicht mehr gehabt hat. Viele Autofahrer reiben sich ungläubig die Augen, wenn sie Preise von 0,90 Cent pro Liter Diesel an den Zapfsäulen sehen. Mit solch einem Preisrückgang hat wohl niemand mehr gerechnet,




Wie konnte es zu so einem niedrigem Ölpreis kommen?

Es ist schon unglaublich was in  den letzten Monaten passiert ist. Noch vor wenigen Monaten stöhnten alle über die hohen Kosten für Benzin, Heizöl usw. Damals gab es viele Horrorszenarien wohin die Preise noch steigen werden und der Ruf nach staatlichem eingreifen wurde immer lauter.

In den USA wurde zu dieser Zeit das Fracking vorangetrieben. Fracking ist eine recht neue Form um Rohöl zu fördern. Mithilfe von Chemikalien die in den Boden gepresst werden, wird ölhaltiger Sand gefördert. Aus diesem wird dann das so begehrte Öl gewonnen. Das ist eine Recht laihenhafte Beschreibung. Wer mehr über Fracking wissen möchte der kann hier klicken.

Weil nun Fracking in den USA so erfolgreich geworden ist, gab es auf einmal einen nennenswerten Ölproduzenten mehr auf der Welt. Die USA die sowieso einer der größten Abnehmer für Rohöl sind konnten auf einmal ihren Bedarf größtenteils selbst decken.

Das dies den bisher dominierenden Ölförderstaaten (allen voran die OPEC wie Saudi-Arabien, Kuweit usw.) nicht besonders gefallen hat, ist wohl verständlich.

Da  die USA nun eine Menge Rohöl auf den Markt geworfen haben kam es zu einem Überangebot an Rohöl. Damit der Preis weiter gehalten werden kann, hätten die Öl produzierenden Länder ihre Produktion eigentlich drosseln müssen. Aber das Gegenteil ist der Fall gewesen. Die OPEC wusste das die USA ca. 60 Dollar pro Barrel Öl benötigen um kostendeckend zu fertigen. Und das Kalkül war nun den Ölpreis unter diese 60 Dollar zu drücken, damit das Fracking unattraktiver wird. Dieser Preiskampf hält nun schon einige Monate an.

 

 

Jetzt steigt der Iran in den Preiskampf mit ein.

Seit dieser Woche ist klar, dass der Iran sein Rohöl wieder auf dem Weltmarkt frei verkaufen kann. Der Iran besitzt schon seit Jahrzehnten eine der größten Ölreserven der Welt. Dieses durfte er aber aufgrund des Wirtschaftsembargo nicht offiziell verkaufen. Seit dieser Woche ist das Embargo allerdings offiziell aufgehoben und der Iran wird fleißig sein Öl verkaufen um dringend benötigtes frisches Geld zu bekommen. Das wird den Ölpreis noch weiter unter Druck setzen. Heute habe ich gelesen das vor der Küste Irans 16 volle Supertanker darauf warten ihre Ware ausliefern zu können. Das ist schon eine riesige Menge Rohöl auf einmal.

 

 

Wer profitiert von dem billigen Ölpreis?

Natürlich freuen sich alle Autofahrer, Vielflieger und auch Unternehmen über den sehr günstigen Ölpreis. Hat er doch zu Folge, dass die Diesel und Benzinpreise sehr niedrig sind. Auch wirkt der niedrige Ölpreis wie ein zusätzliches Konjunkturprogramm. Durch die niedrige Inflationsrate steigt die Kaufkraft der Verbraucher durch die eingesparten Energiekosten. Die Kombination von günstigem Euro, niedrigen Zinsen und dem günstigen Ölpreis wirken wie ein Konjunkturmotor. Dies wird Deutschland sehr wahrscheinlich ein Wachstum zwischen 1,5 -2,0 Prozent für 2016 bescheren.

 

 

Wer hat bei dem billigen Ölpreis das Nachsehen?

Als erstes möchte ich die Welt im allgemeinen nennen. Weil das Öl so günstig ist, interessiert sich im Moment keiner für Alternative Energien. Der Ausbau vom Ökostrom oder auch die Entwicklung von Biokraftstoffe leidet unter der mangelnden Nachfrage. Ich erinnere mich noch, wie groß die Nachfrage nach erneuerbaren Energien gewesen ist, als der Rohölpreis bei über 100 Dollar gelegen hat. Als Beispiel: Ich habe vor kurzem ein Bericht gelesen wo die Nachfrage nach neuen Öl Heizungen in den vergangenen Monaten extrem gestiegen ist.

Als zweites werden die Länder das Nachsehen haben die nicht zu den Weltgrößten Erdölproduzenten gehören. Zu diesen Ländern die Probleme bekommen könnten gehören Nigeria, Venezuela und auch Russland.

Gerade Russland was durch die Syrien Krise, der Streit mit der Ukraine und durch die Sanktionen der EU schon sehr angeschlagen ist, wird durch den niedrigen Ölpreis immer größere Verluste einfahren.

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Warum ist der niedrige Ölpreis auch gefährlich?

Da der Iran jetzt auch wieder voll in die Rohölförderung einsteigt, kommt das meiste Öl aus dem Bereich des nahen Osten. Aber gerade die Region ist nicht gerade für ihre Stabilität bekannt. Gerade vor ein zwei Wochen haben Saudi-Arabien und Iran ihren schwellen Streit wieder aufleben lassen. (Stichwort Massenhinrichtungen in Saudi-Arabien)

Da durch den niedrigen Ölpreis die Staaten weniger Geld einnehmen, werden sie bei ihrer Bevölkerung sparen müssen. In Russland, Venezuela und Nigeria wird das höchstwahrscheinlich wieder zuerst die ärmste Bevölkerungsschicht treffen. Als Folge daraus könnte es zu Unruhen in der Bevölkerung kommen.

Aber auch in den Staaten wie Kuweit, Saudi-Arabien usw. ist großes Konfliktpotenzial durch den niedrigen Ölpreis vorhanden. Viele ihrer Bürger sind in den vergangenen Jahren durch das sprudelnde Gold sehr verwöhnt worden. Wenn der Staat nun anfangen muss ihre Privilegien zu streichen bin ich mal gespannt wie geräuschlos das von statten geht.

 

 

Fazit zum niedrigen Ölpreis

Ich denke, dass der Ölpreis in den nächsten Wochen auf dem niedrigen Niveau bleiben wird oder vielleicht sogar noch weiter fällt. So groß die Freude über den niedrigen Ölpreis auch ist, sollten wir die Gefahren nicht außer acht lassen. Ich bin überzeugt, dass über kurz oder lang die Nachfrage nach dem Öl das Angebot wieder übersteigen wird (allein schon weil die Ressourcen knapper werden). Dann werden die Preise auch wieder steigen und wer weiß, wahrscheinlich auf neue Höchststände. Wenn dies passiert, wird der Aufschrei umso größer sein, weil sich alle an den niedrigen Preis gewöhnt haben und nötige Investitionen nicht getätigt wurden. Die Abhängigkeit ist also immer größer geworden und nicht weniger.

 

Gruß Klaus-Dieter