Riester Rente Auszahlung. Es gibt einige Punkte die entscheidend für die Auszahlung der Riester Rente sind. Welche das sind, können Sie hier erfahren.

 

Riester Rente Auszahlung

 

Ist das Rentenalter erreicht, freuen sich viele auf die Auszahlung der privaten Altersvorsorge. Dabei sind aber meistens einige Spielregeln zu beachten. Auch bei der Riester Rente ist das so. Bei der Riester Rente ist die Auszahlung stark von dem gewählten Produkt abhängig. Der Gesetzgeber hat aber dafür gesorgt, dass in jedem Fall die erhaltenen staatlichen Zulagen und die eingezahlten Beiträge ausbezahlt werden müssen.




Riester Rente Auszahlung – wovon ist die Höhe abhängig?

Es gibt einige Faktoren die über die Höhe der Auszahlung der Riester Rente entscheiden. Die wichtigsten habe ich hier kurz aufgezählt:

  • das gewählte Produkt
  • die geleisteten Beiträge
  • der jeweilige Anlageerfolg des gewählten Anbieters
  • die Zulagen
  • die Kosten für den jeweiligen Vertrag

 

 

Riester Rente Auszahlung – ab wann wird regulär ausbezahlt?

In der Regel wird die Riester Rente mit Beginn der regulären Altersrente ausbezahlt. Zur Zeit bedeutet das, wer Jahrgang 1964 oder jünger ist, bekommt mit erreichen des 67 Lebensjahres eine gesetzliche Rente. Zum selben Zeitpunkt wird dann auch die Riester Rente ausbezahlt. Es ist möglich eine frühere Auszahlung der Riester Rente zu beantragen, es muss dabei aber beachtet werden, dass die Rente dann niedriger ausfallen wird. Dies geschieht, weil dann weniger Beiträge und Zulagen eingezahlt wurden.

 

 

Riester Rente Auszahlung – frühst möglicher Beginn

Der frühstmögliche Auszahlungstermin hängt von dem Datum des Vertragsabschlusses ab. Wurde der Vertrag 2011 oder früher abgeschlossen, kann eine Auszahlung schon ab dem 60. Lebensjahr beantragt werden. Für alle Verträge die später abgeschlossen wurden, ist die Grenze bei dem 62. Lebensjahr festgelegt worden. Wenn eine noch frühere Auszahlung angestrebt wird, muss damit gerechnet werden, dass alle erhaltenen staatlichen Förderungen verloren gehen. Sehr wichtig!! Sie müssen dann zurückgezahlt werden.

 

 

Riester Rente Auszahlung – ist eine Einmalzahlung möglich?

Es ist möglich eine Einmalzahlung zu beantragen. Diese beträgt dann 30 Prozent des Gesamtkapitals und ist voll steuerpflichtig. Die restlichen 70 Prozent müssen erhalten bleiben damit der Charakter der Altersvorsorge noch gegeben ist. Es ist natürlich selbstredend das dieser einmalige Betrag die monatliche Riester Rente verringert.

Es gibt allerdings eine kleine Ausnahme um das gesamte Riester Kapital auf einen Schlag zu bekommen. Die Voraussetzung dafür ist eine sehr geringe monatliche Rente. Ist dies der Fall liegt eine sogenannte Kleinstbeitragsrente vor. Entscheidend ob das Altersgeld zu klein ist oder nicht hängt von der Bezugsgröße West des §18 Sozialgesetzbuch IV ab. Bei einer Kleinbeitragsrente darf die monatliche Rente nicht größer als ein Prozent sein. Im Jahr 2016 liegt diese Grenze bei 34.020 Euro. Ein Prozent sind demnach 28,25 Euro monatlich. Ist die monatliche Riester Rente nun geringer, besteht das Recht auf eine komplette Auszahlung.

 

 

Riester Rente – die verschiedenen Anlagemöglichkeiten und ihre kleinen Unterschiede bei der Auszahlung

Die klassische Rentenversicherung.

Die klassische Rentenversicherung hat einen entscheidenden Unterschied zu den anderen Riester Produkten. Nur hier ist die Mindesthöhe einer lebenslangen garantierten monatlichen Rente schon bei Vertragsabschluss klar. Die Höhe der Rente ergibt sich aus den Eigenbeiträgen des Riester Sparers, der staatlichen Zulage (vorausgesetzt sie wird jedes Jahr abgerufen), die Kosten für den Vertrag den die Versicherungen verlangen und die Höhe des Garantiezinses. Leider ist der Garantiezins in den vergangen Jahren immer weiter gesunken, was eine klassische Rentenversicherung immer unattraktiver macht.

Es sind aber noch einige Unbekannte die dazu kommen ob die tatsächliche Auszahlung höher oder niedriger ausfällt. Die Versicherungen zahlen zu dem Garantiezins auch noch mögliche Überschüsse. Wie hoch die jedes Jahr sind oder ob überhaupt gezahlt wird entscheidet sich von Jahr zu Jahr. Eine gut wirtschaftende Versicherung wird sicherlich einen höheren Gewinnüberschuss zahlen als eine schlecht wirtschaftende.

Auch der Kunde selbst kann dazu beitragen, dass die endgültige Rentenhöhe schwankt. Einige setzten zwischendurch die Beitragszahlung aus, andere erhöhen ihre Beiträge Stück für Stück. Das sich diese Änderungen auf die Beitragshöhe auswirken ist wohl selbstredend. Steigendende Beiträge für einen Riester Vertrag sind aber gar nicht so selten. Denn steigt das Einkommen des Sparers (z.B durch eine Lohnerhöhung) so muss dieser auch mehr einzahlen um die volle staatliche Förderung zu bekommen.

Fondspolicen

Bei Fondspolicen sieht die ganze Sache schon anders aus. Hier wird höchstens die gesetzliche Mindestleistung im Vertrag festgeschrieben die sich aus den Beiträgen, der Laufzeit und den Zulagen ergibt.

Wie viel der Inhaber einer Riester Fondspolice aber wirklich herausbekommt, erfährt er erst am Ende der Laufzeit. Dann wird das Fondsvermögen in sichere Anlagen umgeschichtet und dann als klassische Rente an den Kunden ausbezahlt. Jetzt ist die Höhe abhängig davon wie gut sich das Fondsvermögen in den Jahren der Vertragslaufzeit entwickelt hat. Hier ist meistens eine sehr lange Laufzeit entscheidend für den Erfolg.

Ist dann der Zeitpunkt der Rente erreicht, kann der Riester Sparer zwischen monatliche, viertel-, halbjährliche oder jährliche Auszahlung wählen. Außerdem können die Auszahlungen unterschiedlich hoch sein. Die letzte Zahlung darf allerdings nicht unter der garantierten Rentenversicherung liegen, die ab dem 85. Lebensjahr in Kraft tritt. Die garantierte Rentenversicherung sorgt dafür, dass die Rente bis zum Lebensende gezahlt wird.

Banksparpläne

Bei den Banksparplänen verhält es sich ähnlich wie bei Fondspolicen. Auch hier steht die endgültige Beitragshöhe bei Vertragsbeginn noch nicht fest. Hier hängt alles davon ab wie sich die Zinsen in den nächsten Jahren entwickeln, und genauso wichtig ist es in welchem Maße und zu welchem Zeitpunkt ein Kunde im Laufe der Zeit davon profitiert. Hat ein Kunde zum Beispiel in einer Niedrigzinsphase sein Vertrag abgeschlossen (wie zur Zeit) und diese Niedrigzinsphase hat den meisten Zeitraum seiner Anlage gegolten, dann wird er viel weniger Geld herausbekommen als der Kunde wo die Niedrigzinsphase nicht lange gedauert hat.

Banksparpläne haben noch eine Besonderheit. Der Riester Kunde kann sich erst zum Rentenbeginn entscheiden auf welche Weise das Vermögen ausbezahlt wird. Zur Wahl stehen eine Sofortrente oder ein Bankentnahmeplan plus eine Rentenversicherung ab 85 Jahren.

Ein Entnahmeplan kann sich für den Sparer in soweit rentieren, dass je nach Zinssatz eine schöne monatliche Überweisung herauskommt. Das restliche Sparvermögen steht dann automatisch für Erben zur Verfügung sollte der Riester Sparer vor seinem 85. Geburtstag sterben.

 

Riester Rente Auszahlung – was ist noch wichtig?

Die Inflation sollte bei der Berechnung der Auszahlung mit eingeplant werden. Denn gerade bei einem Entnahmeplan sind die Zinsen festgeschrieben. Das heißt, dass die monatlichen Zahlungen bis zum 85. Lebensjahr immer gleich hoch sind. Durch die Inflation wird diese Rente über die Jahre aber immer weniger Wert sein (Kaufkraftverlust). Dies kann sich deutlich negativ auf die Lebensqualität auswirken, weil der Riester Sparer sich am Ende immer weniger leisten kann.

Verluste durch Inflation lassen sich nur ausgleichen indem mann eine voll-dynamische Auszahlung mit seiner Bank vereinbart. Hier werden Überschüsse die von den Versicherungen erwirtschaftet werden dem Sparer gutgeschrieben. Wie hoch diese ausfallen ist allerdings sehr ungewiss. Das hängt wieder von dem jeweiligen Unternehmen ab, indem es gut oder schlecht wirtschaftet.

 

 

Riester Rente Auszahlung – wie läuft die Auszahlung ab dem 85.Lebensjahr?

Die Auszahlung ab dem 85. Lebensjahr ist für alle gleich geregelt. Es ist egal ob man eine Rentenversicherung, oder einen Bank-, oder Fondssparplan abgeschlossen hat. Die Auszahlung endet mit dem 85. Lebensjahr und läuft dann über eine Rentenversicherung.

Banken und Fondsgesellschaften müssen zu Beginn der Auszahlungsphase zwischen 10 und 20 Prozent des Kapitals für eine Rentenversicherung abzweigen. Dieses Geld wird dann für die lebenslange Absicherung verwendet, wenn der Sparer 85 Jahre alt geworden ist. Hierzu wird mit einer Lebensversicherung ein Vertrag zugunsten des Riester Anleger abgeschlossen (Vertrag zugunsten Dritter). Da bei vielen Banken und Fondsgesellschaften die späteren Vertragspartner feststehen, kann man sich schon bei Vertragsabschluss darüber informieren wie der Vertrag mit der Lebensversicherung aussieht.

Riester Rente Auszahlung – Fazit

Die Höhe der Auszahlung der Riester Rente bei Renteneintritt und wie diese geregelt sind, ist eine der wichtigsten Informationen vor Vertragsabschluss. Wie in dem Artikel beschrieben, gibt es einige kleine und große Unterschiede bei der Auszahlung der Riester Rente. Aus diesem Grund kann ich nur empfehlen sich vor Vertragsabschluss gründlich darüber zu informieren wie das bei dem jeweiligen Vertrag geregelt ist.

 

 

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