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China nach dem Börsencrash – es wird immer skuriler

Die Geschichten in China nach dem Börsencrash werden immer skuriler. Vor allem der chinesische Staat sorgt regelmäßig nach dem Crash für Kopfschütteln.

 

China nach dem Börsencrash

 

In den vergangenen Monaten ist es an den Börsen in China nach dem Börsencrash sehr turbulent zugegangen. Die Bewegung der Börsen kannte nur eine Richtung: Nach unten. Tagesverluste von bis zu 9 % hat es gegeben. Der Leitindex ist seit Mitte Juni, unterbrochen von kurzen Erholungsphasen, von fast 5200 auf nur noch rund 3200 Punkte eingebrochen. Vor allem Kleinanleger, die vom Wohlstand geträumt haben und vom Staat mit großen Versprechungen gelockt wurden, haben eine Menge Geld verloren.




China nach dem Börsencrash – der Devisenkönig musste hohe Verluste einstecken.

Anfang August des vergangenen Jahres hatten Chinas Währungsreserven einen historischen Höchststand von knapp 4 Billionen Dollar. Ein Jahr später haben sich diese gigantischen Reserven um ca. 440 Milliarden Dollar verringert. Zum Vergleich, dass ist ungefähr so viel wie Länder wie Österreich, Vereinigte Emirate und  Argentinien in einem Jahr erwirtschaften.  Allein im August sind  ca. 90 Milliarden Dollar aus dem Reich der Mitte abgezogen worden.

Mit den Devisenverkäufen von bis zu hundert Milliarden Dollar pro Monat versucht die Regierung die Währung  Yuan  zu stabilisieren. Bislang mit recht geringem Erfolg. Allzu lange wird Chinas Regierung das auch nicht tun können, weil auch nicht alles der verbliebenen 3,6 Billionen Dollar zur freien Verfügung steht. Die Kriegskasse ist zwar sehr gut gefüllt, aber es wird interressant zu sehen wie lange Chinas Regierung so viel Geld in den Markt pumpt.

 

 

China nach dem Börsencrash – auch für die kommunistische Partei ist die Lage ernst.

Da in den vergangenen Monaten immer beteuert wurde, dass an den Börsen Chinas keine Blase zu platzen droht, haben viele Kleininvestoren ihr hart verdientes Geld an den Börsen investiert. Viele haben jetzt hohe Verluste einstecken müssen, was den Zorn vieler Anleger auf die Partei schürte.

Auch hat die Glaubwürdigkeit Chinas bei vielen Investoren (auch im Ausland) stark gelitten. In der Vergangenheit wurde schon immer gemunkelt, dass die Wirtschaftszahlen die das Land veröffentlichte nicht immer der Wahrheit entsprechen. Es verwunderte schon immer, dass die Daten die Peking präsentierte fast nie, oder nur gering korrigiert wurden. Wenn man sich nun zum Vergleich die USA oder auch Deutschland anschaut, dann werden die Wirtschaftszahlen dieser Länder nach der ersten Veröffentlichung, sehr oft nach oben oder nach unten korrigiert.

 

 

China nach dem Börsencrash – Behörden üben Druck auf einheimische Investoren aus

Mit aller Macht versucht die Chinesische Regierung zu verhindern, dass sich die Verluste noch weiter ausweiten. So übt sie massiv Druck auf heimische Händler und Fondsmanager aus. Sie wurden teilweise aufgefordert Aktien zu kaufen und es wurden Verkaufsverbote ausgesprochen, wenn Investoren vorher zu viele Wertpapiere verkauft haben. Auch werden die Anlagestrategien der verschiedenen Investmentfonds unter die Lupe genommen. So soll verhindert werden, dass Geschäfte die „schädlich“ für die Börsen Chinas sein können, gemacht werden.

Die Behörden  machen auch nicht vor ausländischen Investoren halt. Es werden immer öfter Kontrollbesuche gemacht die besonders einschüchternd wirken sollen. (Wenn das mal nicht zum Eigentor wird 🙂 )

 

 

China nach dem Börsencrash – die Suche nach den Schuldigen

Ende August hat die Suche bei der Chinesischen Regierung nach den Schuldigen des Börsencrashs begonnen. Meistens ist zu hören, dass die USA mit ihrer geplanten Zinserhöhung schuld an dem Börsencrash in China gewesen sind. Auch liest man häufiger, dass die USA mit ihren verbündeten für den Börsencrash gesorgt haben, weil China zu mächtig geworden ist (China besitzt die meisten Staatsanleihen der USA).

 

China nach dem Börsencrash – der Schuldige wurde gefunden

Am 31.08.15 sorgte eine Fernsehsendung in China für eine große Verwirrung in der Welt. Dort wurde der Schuldige für den Börsencrash in China präsentiert. So soll ein Journalist aus China der für eine Wirtschaftszeitung  arbeitete für den Börsencrash verantwortlich sein. Er hätte durch seine falschen Berichte die Bevölkerung in Angst versetzt, die daraufhin in Panik an der Börse ihre Aktien verkauft haben.

Der etwa 30-jährige wurde am 25. August von der Polizei zu Hause abgeholt und unter der Anschuldigung festgenommen „falsche Informationen zum Wertpapierhandel fabriziert und verbreitet zu haben“.  Ein Geständnis von dem Mann das seine Börsen – Titelgeschichte vom 20. Juli für den Börsencrash verantwortlich gewesen ist, wurde natürlich auch live im Fernsehen gezeigt.

Bausparen

China nach dem Börsencrash – mein Fazit

Ich denke das der Börsencrash in China eine Frage der Zeit gewesen ist. In den vergangenen Monaten hatte es einen unglaublichen Boom an den Börsen Chinas gegeben. Der Staat hat mit seiner anlegerfreundlichen Politik und aggressiver Werbung alles dafür getan das Millionen Kleinanleger mit ihrem hart verdienten Kapital nun an der Börse handelten. Auch wurde dafür gesorgt das die Wirtschaftsdaten lange Zeit ein wenig beschönigt wurden damit der Boom nicht zu Ende geht.

Leider wurde mit den leeren Versprechungen und den zum Teil vorgestellten Maßnahmen eine Menge vertrauen zerstört. Ohne China wird es in der Zukunft nicht gehen, aber es wird einige Zeit dauern bis das Vertrauen der Investoren zurück ist. Was das für die Weltwirtschaft bedeutet  wird die Zukunft zeigen.